click

Manche Menschen genießen ihre besten Momente völlig still. Ich hingegen komme erst dann so richtig auf Touren. Je toller das Leben ist, umso mehr möchte ich wild im Kreis tanzen, laut singen oder auf der Landstraße in Richtung Stadt noch ein bisserl Gas geben. In dem Moment zum Beispiel, wenn sich mir nach vielen gefahrenen Alleen ein sommerlicher Park zu Füßen legt und mit frischen, blumigen Duft lockt. Ich kenne Menschen, die werden in solchen Augenblicken langsam, parken irgendwo am Straßenrand und steigen aus. Zücken ihre Kameras, machen "aaah" und "oooh" und stehen lange regungslos im Straßenstaub.

Bitte, wie geht das? Wie kann man dann, wenn das Leben endlich so richtig schön Schwung holt, einfach auf die Bremse steigen und den Stillstand ansteuern? Ich bin ja hier nicht bei einer Zen-Meditation! Gerade wenn sich was bewegt, will ich ins Zentrum des Geschehens: Kilometer um Kilometer näher in die City, mitten rein ins Gewühl eines fröhlichen Straßenfests. Genau dann kann ich einfach nicht langsamer werden und - pffffh! - achtsam. Da werd ich schneller, erreiche meine persönliche Wohlfühl-Drehzahl und bin endlich in meinem Element. Denn genau so hat sich das jemand ausgedacht bei all den prachtvollen Flecken dieser Erde. Da hat jemand kurzerhand das Reisen erfunden und all die guten Gründe, weit weg zu wollen und hin zu den vielfältigen Verlockungen.

Meine perfekten Drehmomente haben völlig unterschiedliche Gesichter: Sie sind die Perlen, die in meinem Glas munter herumsprudeln, die temporeichen Walzerdrehungen auf altem Parkett oder die intensiven Minuten in meinem brandneuen Škoda Octavia. Wenn der sich so richtig schön in die Kurve legt, weil er mich dringend in die nächste Stadt zum ausgedehnten Shoppingbummel bringt, herrlich! Ich sag nur: Schuuuhe! Wer weiß, was sich da wieder alles entdecken lässt. Es leben die bewegten Momente, volle Fahrt voraus!