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Heute gehört der ŠKODA OCTAVIA zu den erfolgreichsten Modellen der ŠKODA Familie mit weltweit über fünf Millionen verkauften Fahrzeugen. Bereits 1959 bis 1964 war der OCTAVIA Super ein markantes Erfolgsmodell von ŠKODA und auch in Österreich begeisterte er eine große Fangemeinde. Zu jeder Erfolgsgeschichte gibt es Menschen und deren ganz persönlichen Erlebnisse, die sie zu einer solchen machen. Einer von ihnen ist Otto Waczek, der mit seinem ŠKODA OCTAVIA Super im Jahr 1962 einen Jahrhundertwinter erlebte.

1962 ist das Jahr der zukünftigen Musiklegenden und eines Extremwinters in Europa. Die Rolling Stones treten das erste Mal im Marquee Club in London auf. Das ist gleichzeitig auch die Gründung der Band und der Beginn ihrer Erfolgsgeschichte. Aber auch die Beatles starten zu dieser Zeit richtig durch und nehmen ihren ersten Song auf. Rocksänger Jon Bon Jovi erblickt das Licht der Welt. Und während in New York die U-Bahn zum ersten Mal fahrerlos unterwegs ist, eröffnet in Wien am 17. Januar die Schnellbahn. Dies ist auch der Zeitpunkt, in dem der ŠKODA OCTAVIA Super seinen Weg zu Otto Waczek findet, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass ihr erster gemeinsamer Winter so außergewöhnlich werden würde. Mensch und Auto werden auf eine harte Probe gestellt werden. Waczeks OCTAVIA Super war dunkelblau mit weißem Dach und Weißwandreifen und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 145 km/h - bergauf und bergab. "Ein grundsolider, schmucker Wagen aus österreichischem VOEST-Blech, bei dem man noch alles selbst reparieren konnte", erzählt Waczek. Ein paar Mucken habe er schon gemacht, aber wenn man sich darauf eingestellt habe, dann sei es ein sehr zuverlässiges Fahrzeug gewesen.

 

Im harten Winter 1962 auf 1963 gab es sehr viel Schnee und Kälte. Die Benzinpumpe des ŠKODA OCTAVIA Super fror dreimal ein - damals saß diese noch vorn am Motorblock und wurde von einem Stößel der Hauptwelle betätigt. Bei -10 Grad wurde Waczek kreativ und löste das Problem unkonventionell. Ein T-Stück in der Benzinleitung von der Pumpe zum Vergaser löste das Problem. Ein dünner, abklemmbarer Gummischlauch führte vom T-Stück zu einer am Beifahrerfenster hängenden Gasflasche, die mit Treibstoff gefüllt war. "Fallstrom" war das Zauberwort, mit dem der Wagen dann startete. Eine Lkw-Batterie als zweite Starthilfe stand am Boden des Beifahrersitzes, ausgeliehen von seinem Freund, einem Elektromechaniker.

 

Otto Waczek

Die Zuverlässigkeit des OCTAVIA Super in diesem Winter 1962 sprach sich in der Region schnell herum und Otto Waczek wurde zum gern gerufenen privaten Abschleppdienst - das Abschleppseil immer griffbereit und bereits angeknüpft im Kofferraum. Kaum ein Auto hielt den Anforderungen, die dieser Jahrhundertwinter mit sich brachte, stand - Spontanität, Ideenreichtum und unkonventionelle Lösungen waren also sehr gefragt, ebenso wie Geduld und positives Denken. Als dann Waczeks Tochter auf die Welt kam, musste die nächste Lösung her, denn Sicherheitsgurte waren zu dieser Zeit noch nicht Standard. Er ersetzte diese einfach durch eine selbst gebastelte Sicherheitshängematte. Mit zwei Metallschrauben wurde diese einfach innen an der Karosserie befes-tigt. Später, als dann auch die Söhne geboren waren, sicherte Otto Waczek sie ähnlich und stellte damit unter Beweis, dass der ŠKODA OCTAVIA auch damals schon perfekt als Familienauto geeignet war. Simply Clever, der OCTAVIA Super von 1962 und Otto Waczek.

 

EIN GRUNDSOLIDER, SCHMUCKER WAGEN AUS ÖSTERREICHISCHEM VOESTBLECH, BEI DEM MAN NOCH ALLES SELBST MACHEN KONNTE.

DATEN & FAKTEN

 

ŠKODA OCTAVIA Super (1959-1964) - umbenannter ŠKODA 445 - wurde von 1959 bis 1964 gebaut.

 

Technische Daten: Zylinder: 4

Hubraum: 1.221 cm³

Leistung: 33 kW (45 PS), ab 1961 34,6 kW (47 PS)

Höchstgeschwindigkeit: 115 km/h, ab 1961 118 km/h

Abmessungen (L×B×H): 4.065 mm × 1.600 mm × 1.430 mm